Am Zahnhalteapparat lässt sich fast alles messen. Das ist der große Vorteil dieses Fachgebiets: Sie müssen uns nicht glauben, Sie können die Zahlen mit uns durchgehen — und beim nächsten Mal vergleichen.
Der Schnelltest: PSI
Der Parodontale Screening-Index ist die erste Stufe. In jedem Gebissabschnitt wird mit einer speziellen Sonde geprüft und ein Wert von 0 bis 4 vergeben. Das dauert wenige Minuten und beantwortet eine einzige Frage: Muss genauer hingesehen werden?
Ab einem Wert von 3 folgt die vollständige Befundaufnahme. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt den PSI alle zwei Jahre.
Der vollständige Befund: sechs Stellen pro Zahn
Hier wird an jedem Zahn an sechs Punkten gemessen. Drei Größen sind entscheidend:
Sondierungstiefe — wie tief die Sonde zwischen Zahn und Zahnfleisch gleitet. Bis 3 mm gilt als unauffällig, ab 4 mm spricht man von einer Tasche, ab 6 mm wird es kritisch, weil die häusliche Reinigung dort nicht mehr hinreicht.
Blutung auf Sondierung (BOP) — blutet es an dieser Stelle? Das ist der empfindlichste Hinweis auf eine aktive Entzündung. Eine tiefe Tasche ohne Blutung ist deutlich harmloser als eine flachere, die blutet. Angegeben wird der Anteil blutender Stellen in Prozent; unter 10 Prozent gilt als stabil.
Attachmentverlust — wie viel Halt insgesamt verloren ist, gemessen ab einem festen Punkt am Zahn. Diese Größe bestimmt das Stadium, denn sie beschreibt den bleibenden Schaden. Die Sondierungstiefe kann sich nach der Behandlung verbessern, der Attachmentverlust bleibt.
Diese Werte notieren wir und geben sie Ihnen mit. Bei der Kontrolle vergleichen wir Spalte für Spalte — daran sieht man Fortschritt oder Stillstand deutlich früher als am Gefühl.
Röntgen
Das Zahnfleisch verrät nicht, wie es um den Knochen steht. Dafür braucht es Aufnahmen: zweidimensional für den Überblick, dreidimensional (DVT), wo es auf Millimeter ankommt — etwa vor einer Implantation oder bei komplizierten Wurzelverhältnissen.
Wir röntgen so wenig wie möglich und so gezielt wie nötig. Ein DVT nur dann, wenn sich daraus eine andere Entscheidung ergibt.
Vergrößerung
Ein Teil unserer Behandlungsplätze ist mit Operationsmikroskop ausgestattet, außerdem arbeiten wir mit Lupenbrillen. Was unter zwanzigfacher Vergrößerung sichtbar wird — ein Riss, ein Rest Zahnstein, ein undichter Kronenrand — bliebe mit bloßem Auge unentdeckt.
Digitaler Abdruck
Der Intraoralscanner ersetzt in vielen Fällen die Abformmasse. Er ist schneller, für die meisten deutlich angenehmer und liefert ein Modell, das sich am Bildschirm vermessen und mit späteren Aufnahmen vergleichen lässt.
Laborwerte
Vor chirurgischen Eingriffen prüfen wir auf Wunsch Werte, die für die Wundheilung eine Rolle spielen — insbesondere Vitamin D3 und die Blutfette. Ein Vitamin-D-Mangel ist in Deutschland verbreitet und leicht auszugleichen; für die Knochenheilung ist er nicht unerheblich.
Diese Untersuchung ist freiwillig und eine Privatleistung. Sie ersetzt keine hausärztliche Diagnostik, und wir leiten daraus keine Aussagen über andere Erkrankungen ab.
Jede Messung soll eine Entscheidung tragen
Das ist unser Maßstab bei der Diagnostik: Aus einem Ergebnis muss sich etwas ergeben. Wir messen deshalb gezielt — die Werte, aus denen Stadium, Grad und Behandlungsplan folgen. Diese erheben wir gründlich, erklären sie Ihnen und geben sie Ihnen schriftlich mit.
Das hält den Aufwand für Sie überschaubar und die Untersuchung fokussiert. Wenn Sie sich für eine bestimmte Untersuchung interessieren oder einen Befund von außerhalb mitbringen, sehen wir ihn uns gemeinsam an und ordnen ein, was er beantwortet.
Video
Kurz erklärt – aus unserer Praxis
Die Videos geben allgemeine Informationen und ersetzen keine individuelle Beratung; Behandlungsverlauf und -ergebnis hängen von den persönlichen Voraussetzungen ab. Alle Videos sind untertitelt. Mehr in der Mediathek und auf Instagram.
