Ein Implantat ist eine künstliche Zahnwurzel aus Titan oder Keramik, die in den Kieferknochen eingesetzt wird und nach der Einheilung eine Krone, Brücke oder Prothese trägt. Technisch ist das inzwischen gut beherrschbar. Die entscheidende Frage stellt sich davor: Ist der Untergrund in Ordnung?
Warum Parodontitis vor der Implantation behandelt gehört
Wer schon einmal Zähne durch Parodontitis verloren hat, trägt die Bakterien und die Entzündungsneigung weiterhin in sich. Ein Implantat ist dagegen nicht immun — im Gegenteil, es ist verletzlicher als ein natürlicher Zahn. Mehr dazu unter Periimplantitis.
Deshalb gilt bei uns eine feste Reihenfolge:
- Entzündung behandeln. Die Parodontitis kommt zuerst, vollständig, einschließlich der Befundevaluation.
- Stabilität nachweisen. Erst wenn die Werte über einen Zeitraum stabil sind und die häusliche Reinigung funktioniert, planen wir das Implantat.
- Dann implantieren — und die Nachsorge von Anfang an mitplanen.
Diese Reihenfolge kostet Zeit. Sie ist der Grund, warum Implantate bei uns oft ein paar Monate später gesetzt werden als anderswo — und warum sie danach seltener Probleme machen.
Knochen und Weichgewebe
Zwei Dinge müssen stimmen:
Der Knochen muss das Implantat in ausreichender Höhe und Breite umschließen. Wo Knochen fehlt, lässt er sich in vielen Fällen aufbauen. Ob das im Einzelfall sinnvoll ist, zeigt die dreidimensionale Röntgenaufnahme.
Das Weichgewebe wird oft unterschätzt. Um ein Implantat herum sollte ein Saum fester, unbeweglicher Schleimhaut liegen. Fehlt er, ist die Reinigung schwieriger und die Entzündungsneigung höher. Auch dieser Saum lässt sich chirurgisch herstellen.
Titan oder Keramik
Beide Werkstoffe sind etabliert. Titan hat die längere Erfahrungsgrundlage und ein breiteres Anwendungsspektrum; Keramik (Zirkonoxid) ist metallfrei, hell und lagert erfahrungsgemäß weniger Belag an.
Wir bieten beides an. Was in Ihrem Fall passt, hängt von der Position im Kiefer, vom Knochenangebot und von Ihren eigenen Vorstellungen ab. Ausführlich zu Keramikimplantaten und dem metallfreien Ansatz schreiben wir auf unserer Schwesterseite: Keramikimplantate auf bio-zahnmedizin.com.
Wann ein Implantat besser wartet
Ein Implantat ist nicht in jedem Fall die richtige Lösung. Wir raten ab oder verschieben, wenn
- eine Parodontitis noch aktiv ist,
- die häusliche Reinigung nicht zuverlässig funktioniert — bei Implantaten ist das kein Nebenpunkt,
- stark geraucht wird; das Risiko für Komplikationen ist deutlich erhöht,
- ein Diabetes schlecht eingestellt ist,
- bestimmte Medikamente eingenommen werden, die den Knochenstoffwechsel betreffen (etwa manche Osteoporose- oder Krebsmedikamente) — das klären wir vorher mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten ab,
- eine Brücke oder eine herausnehmbare Lösung im konkreten Fall das bessere Verhältnis von Aufwand und Nutzen hat.
Das offen zu sagen, gehört zur Beratung. Ein Implantat, das man nicht pflegen kann, ist teurer als kein Implantat.
Was es kostet
Die Kosten hängen von Anzahl, Aufbau, Material und eventuellem Knochenaufbau ab. Eine erste Größenordnung können Sie sich selbst ausrechnen — wir haben dafür ein eigenes Werkzeug gebaut: implantat-kosten-rechner.de.
Verbindlich ist immer der schriftliche Heil- und Kostenplan nach der Untersuchung.
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Hinweis: Ob eine Implantation in Ihrem Fall möglich und sinnvoll ist, lässt sich nur nach Untersuchung und Röntgendiagnostik beurteilen. Verlauf und Ergebnis hängen von den persönlichen Voraussetzungen ab.
Video
Kurz erklärt – aus unserer Praxis
Die Videos geben allgemeine Informationen und ersetzen keine individuelle Beratung; Behandlungsverlauf und -ergebnis hängen von den persönlichen Voraussetzungen ab. Alle Videos sind untertitelt. Mehr in der Mediathek und auf Instagram.
