Dr. med. dent. M.Sc. Strößner + Team Termin

Parodontitis

Zahnfleisch und der übrige Körper

Bei einer mittelschweren bis schweren Parodontitis ist die entzündete Fläche in den Zahntaschen zusammengenommen etwa so groß wie eine Handfläche. Diese Fläche ist keine Haut, sondern offenes, gut durchblutetes Gewebe. Bakterien und Entzündungsbotenstoffe gelangen von dort regelmäßig in den Blutkreislauf — beim Kauen, beim Zähneputzen, beim Zahnseidegebrauch.

Gesundes Zahnfleisch

Genau das ist der Grund, warum sich Zahnmedizin und Allgemeinmedizin seit einigen Jahren enger abstimmen.

Was die Fachgesellschaften sagen

2023 haben die Europäische Gesellschaft für Parodontologie (EFP) und der europäische Zweig des Weltverbands der Hausärzte (WONCA Europe) einen gemeinsamen Konsens veröffentlicht. Der Kernsatz daraus, so nüchtern wie er dort steht:

Parodontitis ist unabhängig assoziiert mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, COPD,

obstruktiver Schlafapnoe und Komplikationen bei COVID-19. Die Behandlung einer Parodontitis ging

in Studien mit einer Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands einher.

„Unabhängig assoziiert" heißt: Der Zusammenhang bleibt bestehen, auch wenn man gemeinsame Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht und Alter herausrechnet. Es heißt nicht, dass Parodontitis diese Erkrankungen verursacht — und schon gar nicht, dass ihre Behandlung sie heilt. Diese Unterscheidung ist uns wichtig.

Diabetes

Hier ist die Datenlage am dichtesten, und sie ist wechselseitig.

Vom Diabetes zum Zahnfleisch: Ein schlecht eingestellter Blutzucker verschlechtert die Durchblutung kleiner Gefäße und die Abwehrlage im Gewebe. Parodontitis tritt häufiger auf und verläuft schwerer. In der Klassifikation schlägt sich das direkt nieder — ein schlecht eingestellter Diabetes verschiebt den Grad nach oben.

Fachgesellschaften empfehlen, Menschen mit Diabetes aktiv auf ihr Zahnfleisch anzusprechen — und Menschen mit Parodontitis nach ihrem Blutzucker zu fragen.

Praktisch heißt das: Wenn Sie Diabetes haben, sagen Sie es uns. Und wenn wir bei Ihnen eine ausgeprägte Parodontitis finden, ohne dass ein Diabetes bekannt ist, empfehlen wir eine Abklärung beim Hausarzt. Das ist kein Übergriff in ein fremdes Fach, sondern genau die Zusammenarbeit, die der Konsens beschreibt.

Herz und Gefäße

Parodontitis gilt in der aktuellen Übersicht als ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, der in der Vorsorge bisher wenig beachtet wird. Die Empfehlung der Fachgesellschaften an alle Behandelnden lautet, Menschen mit Parodontitis auf dieses erhöhte Risiko hinzuweisen und die klassischen Faktoren mit zu erfassen: Blutdruck, Blutfette, Blutzucker, Rauchen, Gewicht.

Was daraus nicht folgt: dass eine Zahnfleischbehandlung einen Herzinfarkt verhindert. Das ist so nicht belegt, und wir behaupten es nicht.

Atemwege

Auch für chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) und für die obstruktive Schlafapnoe beschreibt der Konsens eine unabhängige Assoziation. Ein plausibler Weg ist das Einatmen von Bakterien aus dem Mundraum in die unteren Atemwege — besonders bei Menschen, deren Abwehr ohnehin belastet ist.

Schwangerschaft

Zahnfleischentzündungen treten in der Schwangerschaft häufiger auf; die hormonelle Umstellung verändert die Gewebereaktion. Deshalb gehören Kontrolle und gründliche Reinigung in dieser Zeit zum Programm — am besten schon bei Kinderwunsch, weil sich manches vorher in Ruhe behandeln lässt.

Was wir daraus machen

Nichts Spektakuläres, aber Konsequentes:

  • Wir fragen nach Vorerkrankungen und Medikamenten — und zwar nicht nur beim ersten Termin.
  • Bei ausgeprägten Befunden ohne erkennbare Ursache raten wir zur hausärztlichen Abklärung.
  • Wir schreiben Ihnen Ihre Werte auf, damit Sie sie mitnehmen können. Hausärztin oder Diabetologe können damit etwas anfangen.
  • Wir behandeln die Entzündung — und versprechen Ihnen nichts über den Mund hinaus.

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Quellen: Herrera D. et al., Association between periodontal diseases and cardiovascular diseases, diabetes and respiratory diseases: Consensus report of the Joint Workshop by the European Federation of Periodontology (EFP) and WONCA Europe, Journal of Clinical Periodontology, 2023. Zusammenfassung ebenfalls im European Journal of General Practice, 2024. Klassifikation und Gradbestimmung nach dem World Workshop 2017.

Video

Kurz erklärt – aus unserer Praxis

Die Videos geben allgemeine Informationen und ersetzen keine individuelle Beratung; Behandlungsverlauf und -ergebnis hängen von den persönlichen Voraussetzungen ab. Alle Videos sind untertitelt. Mehr in der Mediathek und auf Instagram.

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Wir antworten zu den Sprechzeiten. Bei akuten Schmerzen rufen Sie bitte an: 03443 339 65 54.

Partnerprogramm – Straumann Group

Immediacy Center of Excellence

Das „Immediacy Center of Excellence“ ist ein Programm der Straumann Group, eines weltweit tätigen Herstellers dentaler Implantatsysteme. Teilnehmen können Praxen, die dokumentierte Fallzahlen in der Sofortimplantation („Immediacy“), regelmäßige Fortbildung und einen digitalen Planungs- und Fertigungsworkflow mit den Produkten des Herstellers nachweisen. Unsere Praxis ist seit Januar 2025 Partnerpraxis dieses Programms. Die Teilnahme ist eine Herstellerkooperation und keine unabhängige Zertifizierung.

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Mitgliedschaft

DGI – Deutsche Gesellschaft für Implantologie

Die DGI ist die größte europäische wissenschaftliche Fachgesellschaft für Implantologie. Dr. Strößner ist seit 2019 Mitglied und hat das Curriculum Implantologie der DGI/APW und den Master of Science Orale Implantologie und Parodontologie (Steinbeis-Hochschule in Kooperation mit der DGI) abgeschlossen.

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Listung

Leading Implant Centers

Die Leading Implant Centers sind ein internationales Verzeichnis implantologisch tätiger Praxen. Die Aufnahme erfolgt nach Prüfung von Ausbildung, Fortbildung und implantologischer Erfahrung durch ein medizinisches Beratungsgremium des Herausgebers. Dr. Strößner ist dort seit 2022 als Implantologe gelistet. Die Listung ist keine staatliche Zertifizierung und kein Qualitätssiegel einer Fachgesellschaft.

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Samstag

Was „nach Vereinbarung“ bedeutet

Samstags behandeln wir nach vorheriger Absprache — und zwar für Anliegen, die zusammenhängend viel Zeit brauchen: Implantationen, größere chirurgische Eingriffe, umfangreichen Zahnersatz, Behandlungen in Sedierung oder Narkose sowie Termine für Patientinnen und Patienten, die weiter anreisen und alles an einem Tag erledigen möchten.

Für kurze Anliegen — eine Politur, eine Kontrolle, das Nachsehen einer Füllung — finden wir gemeinsam einen Termin in der Woche. Das ist für Sie meist auch schneller.

Ob Ihr Anliegen dazu passt, klären wir kurz am Telefon.

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